Ein gutes Futteretikett beantwortet drei Fragen: Was ist enthalten, welche Nährwerte sind angegeben und für welche Fütterungsrolle ist das Produkt gedacht? Lies dafür zuerst die Bezeichnung als Allein- oder Ergänzungsfuttermittel, dann Zusammensetzung, analytische Bestandteile, Zusatzstoffe und Fütterungsempfehlung. Einzelne Schlagworte auf der Vorderseite reichen für eine Einordnung nicht aus.
Der Fünf-Punkte-Check auf der Verpackung
- Produktart: Alleinfuttermittel ist als vollständige Tagesration für die angegebene Tierart und Lebensphase gedacht. Ergänzungsfuttermittel ergänzt eine bestehende Ration.
- Zusammensetzung: Hier stehen die eingesetzten Futtermittel, etwa Fleisch, Öl oder Mineralstoffquellen. Prozentangaben beziehen sich auf einzelne Zutaten, nicht automatisch auf die Qualität der gesamten Ration.
- Analytische Bestandteile: Typische Angaben sind Rohprotein, Rohfett, Rohfaser, Rohasche und Feuchte. Diese Werte beschreiben Eigenschaften des Produkts, aber allein noch nicht die täglich aufgenommene Nährstoffmenge.
- Zusatzstoffe: Hier findest du deklarationspflichtige ernährungsphysiologische oder technologische Zusätze. Ein aufgeführter Zusatzstoff ist nicht schon deshalb ein Qualitätsmangel.
- Fütterungsempfehlung: Prüfe Tierart, Gewicht, Menge und Einheit. Bei Ergänzungen zählt die gesamte Ration, einschließlich weiterer Produkte.
Zusammensetzung und analytische Bestandteile: Was ist der Unterschied?
Die Zusammensetzung nennt Rohstoffe. Die analytischen Bestandteile nennen Messwerte des Futters. Beispiel: „Lachsöl“ in der Zusammensetzung beschreibt einen Rohstoff. Die Angabe „Rohfett“ sagt, welcher Anteil des Produkts analytisch als Fett erfasst wird. Aus einem einzelnen Wert lässt sich weder eine komplette Nährstoffbilanz noch die Eignung für jedes Tier ableiten.
Bei Nass- und Trockenfutter erschwert der unterschiedliche Wassergehalt den direkten Vergleich von Prozentzahlen. Wer zwei Produkte sachlich vergleichen möchte, berücksichtigt deshalb die Feuchte oder lässt die Werte auf Trockensubstanz umrechnen. Für die tägliche Fütterung ist anschließend die tatsächlich gefütterte Menge entscheidend.
„Ohne Getreide“, hoher Fleischanteil oder kurze Zutatenliste?
Solche Merkmale können für persönliche Fütterungswünsche wichtig sein. Sie ersetzen jedoch nicht die Frage, ob ein Futter zur Tierart, Lebensphase und übrigen Ration passt. Ein hoher Fleischanteil sagt für sich genommen noch nichts über die Vollständigkeit einer Ration; auch pflanzliche Rohstoffe oder Nebenprodukte lassen sich nicht allein anhand ihrer Bezeichnung pauschal bewerten. Aussagekräftiger ist das Gesamtbild aus Produktart, Deklaration und Fütterungsempfehlung.
Ergänzungsfuttermittel im Alltag einordnen
Ergänzungen haben eine andere Aufgabe als Alleinfutter. Ein Mineralprodukt kann zum Beispiel eine individuell zusammengestellte Ration ergänzen, während ein Öl gezielt als Ölkomponente eingesetzt wird. Entscheidend sind Zusammensetzung, Dosierung und das, was bereits im Napf liegt. Für selbst zusammengestellte Rationen lohnt sich eine fachlich berechnete Gesamtübersicht.
Passende Einstiege: Mineral Mix Plus für Hunde, Mineral Mix Cats für Katzen und Lachsöl als Ölkomponente. Die Produktseiten enthalten die jeweiligen Angaben zu Zusammensetzung und Fütterung.
Häufige Fragen zum Futteretikett
Was bedeutet Alleinfuttermittel?
Ein Alleinfuttermittel ist für die ausschließliche tägliche Fütterung innerhalb der angegebenen Tierart und Lebensphase konzipiert. Die Portionsmenge richtet sich nach der Fütterungsempfehlung und dem individuellen Bedarf.
Kann ich Proteinwerte von Nass- und Trockenfutter direkt vergleichen?
Nicht sinnvoll ohne den Wassergehalt. Vergleiche die Werte auf derselben Bezugsbasis und betrachte anschließend die gefütterte Menge.
Ist ein Ergänzungsfuttermittel automatisch zusätzlich nötig?
Nein. Die Auswahl ergibt sich aus der gesamten Fütterung. Bei mehreren Ergänzungen prüfst du überlappende Nährstoffe und die Angaben der einzelnen Produkte.
Weiterlesen: Hundeernährung im Überblick, Katzenernährung im Überblick und Ergänzungen sinnvoll kombinieren.
Fachliche Grundlagen: FEDIAF: Kennzeichnung von Heimtierfutter und FEDIAF: Futteretiketten verstehen.